Neuordnung

Die erste Verordnung über die Berufsausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik wurde 1997 erarbeitet. Treibende Kräfte hinter der Entstehung eines anerkannten Ausbildungsberufs waren die beiden großen deutschen Dachverbände DTHG (Deutsche Theatertechnische Gesellschaft) und VPLT (Verband für professionelle Licht- und Tontechnik) sowie der EVVC (Europäischer Verband der Veranstaltungs-Centren). Binnen 12 Monaten entstand die Ausbildungsverordnung. Im gleichen Zeitrahmen wurde der KMK-Rahmenlehrplan ausgearbeitet und mit dem Ausbildungsrahmenplan abgestimmt.

Als Reaktion auf die Erfahrungen in der Umsetzung des Ausbildungsberufs wurde die Verordnung über die Berufsausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik im Jahr 2002 durch einen Fachbeirat des Bundesinstituts überarbeitet. Die Veränderungen der Ausbildungsordnung lassen sich in drei wesentlichen Punkten zusammenfassen:

  • Um das Ausbildungsprofil für weitere Quereinsteiger attraktiv zu gestalten wurde insbesondere für den Bereich des Messebaus der zusätzliche Ausbildungsschwerpunkt Aufbau und Organisation
  • Die Elektrofachkraft wurde in die überarbeitete Ausbildungsordnung aufgenommen. Hierzu wurde der Anteil an elektrotechnischen Inhalten soweit ausgebaut, dass die FfVT die Qualifikation zur Elektrofachkraft im Rahmen ihrer Ausbildung erreicht.
  • Der Zeitpunkt der Zwischenprüfung wurde um ein halbes Jahr verschoben. Anstatt in der Mitte des 2. Ausbildungsjahres wird die Zwischenprüfung nun am Ende des 2. Aus-bildungsjahres abgenommen.

Vorab ließ das Bundesinstitut für Berufsbildung im Jahr 2000 durch die Firma Michel Medienforschung die Einführung des Berufsbildes in der Praxis untersuchen. Die Ergebnisse dieses Evaluationsprojekts sind nachfolgend gekürzt wiedergegeben:

  • Die Zahl der neuabgeschlossenen Ausbildungsverträge stieg mit Einführung der Berufsausbildung in jedem Jahr an.
  • Das Spektrum der Zielberufe ist außerordentlich breit.
  • Die Größe der ausbildenden Unternehmen variiert stark. Ausbildungsbetriebe sind sowohl Kleinstfirmen als auch Unternehmen mit mehreren tausend Angestellten.
  • Der Alter der Ausbildungsanfänger liegt im Durchschnitt bei 21,5 Jahren.
  • Weibliche Auszubildenden sind mit etwa 14 % unterrepräsentiert.
  • Die Lehrerqualifikation ist problematisch, da nicht genügend für den Beruf qualifizierte Lehrer zur Verfügung stehen.
  • Seitens der Betriebe werden keine wesentlichen Änderungen am Berufsbild gefordert. Jedoch werden gestalterische Themen, Logistik, Projektmanagement und Elektrotechnik als zu verstärkende Inhalte genannt.

Der Fachbeirat, welcher die Überarbeitung der Neuordnung 2002 durchführte, begleitete auch das obenstehende Evaluationsprojekt im Jahr 2000. Die Ergebnisse der Evaluation gingen entsprechend in die Vorschläge des Fachbeirats für die Novellierung der Berufsausbildung ein.

Mit Beginn des Ausbildungsjahrs 2016/17 wurde die Berufsausbildung erneut novelliert. Neben technischen Veränderungen und Neuerungen mussten auch geänderte rechtliche Grundlagen in fachspezifischen Verordnungen an die berufliche Realität angepasst werden. Vor allem im Bereich technischer Medien sowie in der Bühnen-, Beschallungs- und Beleuchtungstechnik sind technische Entwicklungen und Innovationen zu berücksichtigen.

Auch in diesem Neuordnungsverfahren wurde sowohl eine Verlängerung auf 3,5 Jahre als auch eine Verkürzung auf einen 2-jährigen Ausbildungsberuf frühzeitig abgelehnt. Während einige inhaltliche Bereiche wie z. B. Pyrotechnik und Lasertechnik nun nicht mehr im Lehrplan zu finden sind, stellt sich der Umfang an medientechnischem Wissen nun differenzierter dar. Merklich reduziert wurden zudem auch die kaufmännischen Lehrinhalte. Hingegen sind insbesondere die elektrotechnischen Kenntnisse im neuen Lehrplan deutlich gestärkt. Dies ist nicht zuletzt der Bezeichnung „Elektrofachkraft für Veranstaltungstechnik“ geschuldet. Inwieweit sich diese Bezeichnung/Funktion in der Branche durchsetzten wird, ist sicherlich erst mit einigem zeitlichen Abstand zu bewerten.

Die Prüfungen teilen sich nach wie vor in eine Zwischenprüfung und eine Abschlussprüfung. Dabei geht die Note der Zwischenprüfung nicht in die Abschlussnote ein, sondern dient vielmehr einer qualifizierten Rückmeldung des aktuellen Leistungsstands des Auszubildenden. Die neue Abschlussprüfung wird erstmals im Jahr 2019 stattfinden. Dann sollen die angehenden Fachkräfte in vier Bereichen schriftlich geprüft werden, wobei der Prüfungsteil „Elektrotechnik“ als sog. Sperrfach definiert ist. D. h. dieser Teil muss vom Prüfling zwingend bestanden werden. Im Rahmen des betrieblichen Abschlussprojekts entfällt die Präsentation. Dieser Prüfungsteil besteht nun ausschließlich aus einem 30-minütigen Fachgespräch.

Weiterführende Informationen zur neugeordneten Berufsausbildung Fachkraft für Veranstaltungstechnik sind vom VPLT-Bereichsleiter für Bildung & Recht, Ralf Stroetmann, in einer Broschüre zur neuen Fachkraftausbildung zusammengestellt worden.

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