Halogen-Metalldampflampen

Die Halogen-Metalldampflampe ist eine Weiterentwicklung der Quecksilberdampf-Hochdrucklampe. Dieser Lampentyp ist für die Beleuchtung in der Theater- und Veran-staltungstechnik von hoher Bedeutung. Dem Quecksilber werden Halogenverbindungen und seltene Erden zugesetzt. Hierdurch lässt sich das Linienspektrum gegenüber der Quecksilberentladung merklich verbreitern. Zusätzlich kann dadurch die Lichtausbeute des Leuchtmittels gesteigert werden. Durch den Metall-Halogen-Kreislauf kann, identisch der Halogenlampe, der Niederschlag von Metallatomen der Elektroden auf dem Glaskolben verhindert werden.

Halogen-Metalldampflampen benötigen eine Anlaufzeit von ca. 5 Minuten. Eine sofortige Wiederzündung ist, ähnlich wie bei der Natriumdampf-Hochdrucklampe, nur mit speziell ausgelegten Zündgeräten möglich. Generell ist für die sogenannte Heißwiederzündung ein zweiseitig gesockeltes Leuchtmittel nötig. Selbst mit speziellen elektronischen Vorschaltgeräten ist die Lampe nur bis ca. 50 % regelbar. In der Praxis wird jedoch ohnehin eine Jalousieverdunklung verwendet. Hierdurch lässt sich die Helligkeit über den vollen Bereich mechanisch regeln und es tritt keine Farbtemperaturänderung auf.

Die Hersteller kennzeichnen die weit verbreiteten Lampen mit verschiedenen Abkürzungen. Häufig finden sich die Bezeichnungen HMI, HTI, HSR und HQI (OSRAM) oder MSR, MHD, MSD und MSI (PHILIPS) als Kürzel für Halogen-Metalldampflampen. Beispielsweise kennzeichnet HTI-Lampen deren vergleichsweise geringer Abstand zwischen den Elektroden. HQI-Lampen haben meist eine relativ hohe Lichtausbeute sowie eine lange Lebensdauer. Die Bezeichnung HMI wird vom Hersteller OSRAM als Warenzeichen geführt. Bei diesem überaus populären Lampentyp liegen die Elektroden vergleichsweiße weiter auseinander. Die HMI-Lampe zeichnet sich durch ein tageslichtähnliches Spektrum, eine sehr gute Farbewiedergabe und eine hohe Lichtausbeute aus. Ursprünglich in Diaprojektionsgeräten eingesetzt, findet sich die HMI-Lampe heute in allen denkbaren Einsatzbereichen der Bühnenbeleuchtung wieder. Durch Konversionsfolien kann die Farbtemperatur dem Halogen-Glühlampenlicht angepasst werden. Auch ein „offener Zündvorgang“, d.h. ohne geschlossene Lamellenjalousien, kann als Effekt in das Lichtdesign integriert werden.

Bezeichnungssystem von Halogen-Metalldampflamen

Bezeichnungssystem (Osram-Philips)

Ein Problem des Leuchtmittels ist dessen Alterungsprozess. In der Praxis ist davon auszugehen, dass die Farbtemperatur im Mittel 50 Kelvin pro 100 Betriebsstunden sinkt. Eine ältere Lampe ist dadurch leicht an ihrem „Grünstich“ erkennbar. Außerdem weisen die Hersteller auf die stark verkürzte Lebensdauer bei Kurzzeitbetrieb in Kombination mit häufigem Schalten hin. OSRAM empfiehlt bei Leuchtmitteln über 1000 Watt eine Mindestbetriebsdauer von 3 Stunden bei einer Ausschaltdauer von mindestens 30 min einzuhalten.

Merkmalsübersicht – Halogen-Metalldampflampe
Leistung Farbtemperatur Lichtausbeute Wirkungsgrad
35 – 24000 W 4700 – 8000 K 65 – 120 lm/W ca. 40 %
Lebensdauer Farbwiedergabe regelbar wiederzündbar
2000 – 6000 h : 70 – 95 Nein Nein

 

 

 

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