Meister für Veranstaltungstechnik

Der Meister für Veranstaltungstechnik ist für die technische Durchführung von Veranstaltungen und die Umsetzung  der Sicherheitsvorschriften verantwortlich. Der Aufgabenbereich des Meisters für Veranstaltungstechnik umfasst u. a. die Einhaltung der Vorschriften zum Arbeitsschutz, zur Unfallverhütung und zum Brandschutz sowie die Übertragung von Aufgaben und die Einarbeitung und Anleitung von Mitarbeitern.

Zur Meisterprüfung kann zugelassen werden, wer

  • eine mit Erfolg abgelegte Abschlussprüfung in einem anerkannten Ausbildungsberuf, der der Fachrichtung, in der die Prüfung abgelegt werden soll, zugeordnet werden kann, und danach eine mindestens zweijährige dem angestrebten Abschluss entsprechende Berufspraxis

oder

  • eine mit Erfolg abgelegte Abschlussprüfung in einem sonstigen anerkannten gewerblich-technischen oder handwerklichen Ausbildungsberuf und danach eine dem angestrebten Abschluss entsprechende Berufspraxis, die unter Anrechnung der in der Ausbildungsordnung für den Ausbildungsberuf vorgeschriebenen Ausbildungsdauer mindestens sechs Jahre beträgt, nachweist.

Bei der Zulassung zur Prüfung für die Fachrichtungen Beleuchtung und Halle muss eine Qualifikation als Elektrofachkraft vorhanden sein. Als Elektrofachkraft gilt, wer auf Grund seiner fachlichen Ausbildung Kenntnisse und Erfahrungen sowie Kenntnis der einschlägigen Bestimmungen die im übertragenen Arbeiten und Errichten, Ändern und Instandhalten von elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln beurteilen und mögliche Gefahren erkennen kann.

Meisterregelung 2009 („der neue Meister„)

Die Umsetzung des sog. „neuen Meister“ wurde 2010 in § 39 der Musterversammlungsstättenverordnung aufgenommen. Diese Regelung wurde in den Versammlungsstättenverordnungen der Ländern Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Hessen und Niedersachsen umgesetzt. Geprüfte Meister können sich in diesen Bundesländern einen Berechtigungsausweis ausstellen lassen und können damit bundesweit tätig werden. Die Meisterprüfung ist nun für alle Tätigkeitsbereiche gültig. Eine wesentliche Änderung wurde auch hinsichtlich der Meisterprüfung vorgenommen. Die Prüfung ist nicht mehr „fachsystematisch“ sondern „handlungsorientiert“ gestaltet. Gegenstand der Meisterprüfung ist„meisterliches Handeln“ anstelle fachsystematischen Wissens. Als Prüfungsleistung ist eine berufsspezifische „situative Aufgabe“ zu bearbeiten sowie ein „Prüfungsprojekt“, basierend auf Projektbericht und Präsentation, vorzustellen. Auf die Vorbereitung zur veränderten Meisterprüfung haben die Bildungseinrichtungen (z.B. deaplus) mittlerweile reagiert und bieten entsprechende Lehrgänge an.

Bildungspolitisch steht der „neue Meister“ nach wie vor in der Diskussion. So sind sich die beiden großen Dachverbände DTHG und VPLT uneins in der Bewertung der neuen „Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfter Meister für Veranstaltungstechnik/Geprüfte Meisterin für Veranstaltungstechnik“. Der Deutsche Bühnenverin lehnt die neue Meisterregelung ab. Gleiches gilt für die Sachverständigen von ARD/ZDF. Diese hatten ihre Zustimmung zur neuen Verordnung gegeben, sich nachträglich aber von der neuen Meisterregelung distanziert. Als Ursache der ablehnenden Haltung wird zumeist die fehledene Unterteilung in  Fachrichtungen angegeben.

Die neue Verordnung wurde, nicht zuletzt aufgrund der geschilderten Kontroverse, nur  befristet bis zum 31. Dezember 2018 erlassen. Die bestehende Verordnung wurde ebenfalls bis zum 31. Dezember 2018 befristet. Aufgrund der Befristung beider Verordnungen muss nun bis zum 31. Dezember 2018 eine neue Regelung für den „Meister für Veranstaltungstechnik“ gefunden werden.

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