Farbwiedergabe

Die Farbwiedergabe beschreibt die Qualität einer künstlichen Lichtquelle im Vergleich zum natürlichen Sonnenlicht. Bei Leuchtmitteln wird üblicherweise der Farbwiedergabeindex Ra angegeben. Im englischsprachigen Raum findet sich stattdessen der sog. CRI (Color Rendering Index), welcher in gleicher Weise die Farbwiedergabequalität einer künstlichen Lichtquelle bewertet.

Die Angabe als CRI ist im internationalen Verlgeich üblich. Dabei entspricht ein Ra-Wert > 90 einem CRI = 9, ein Ra-Wert > 80 einem CRI = 8, ein Ra-Wert > 70 einem CRI = 7, ein Ra-Wert > 60 einem CRI = 6 usw.

Zur Bestimmung des Ra (bzw. CRI) werden Testfarben mit einer Bezugslichtquelle (Normlichtarten A bis D) und der zu bewertenden Lichtquelle beleuchtet. Der von der Lichtquelle bestmöglich zu erreichende Farbwiedergabeindex beträgt Ra = 100. Die 14 klassichen Norm-Testfarben sind in nebenstehnder Abbildung dargestellt.

Gemäß DIN 6169 ergibt sich der Ra als Mittelwert aus dem Vergleich der im Leuchtmittel vorhandenen Spektrallinien mit den Testfarben der 8, 14 oder mitunter gar 24 Referenzfarben. Sind alle Referenzfarben in ausreichender Intensität im Spektrum des zu bewertenden Leuchtmittels enthalten, kann der Farbwiedergabeindex mit 100 angegeben werden. Fehlen einige Spektralbereiche, reduziert sich der Wert entsprechend. Als Referenz versteht sich das natürliche Sonnenlicht mit einem Ra = 100. Aber auch Temperaturstrahler wie die klassische Glühlampe erreichen sehr gute Farbwiedergabewerte, da deren abgestrahltes Licht den sichtbaren Bereich des elektromagnetischen Spektrums umfänglich abdeckt. Im Gegensatz dazu wäre die Natriumdampf-Niederdrucklampe zu nennen, welche mit ihrem annähernd monochromatischem Spektrum kaum in der Lage ist, die Farben des Spektrums realistische wiederzugeben.

In der DIN EN 12464-1 findet sich abweichend von der Bezeichnung Farbwiedergabeindex die Einteilung in Farbwiedergabestufen. Diese entsprechen allerdings den bei Leuchtmitteln üblichen Angaben als Ra bzw. CRI (siehe untenstehende Tabelle).

Hat eine Lichtquelle einen geringen Ra-Wert, können die von dieser Lichtquelle beleuchteten Materialien nicht „farbgetreu“ wiedergegeben werden. Nur wenn die Farbspektren in der Lichtquelle enthalten sind, können die beleuchteten Materialien diese Farbwerte auch wiedergeben und entsprechend „farbecht“ erscheinen.

In einigen Bereichen ist der Farbwiedergabeindex überdies von besonderer Bedeutung. Beispielsweise sollte ein Mindestwert von Ra > 85 beachtet werden, um qualitativ hochwertige Film- und Fernsehaufnahmen zu realisiern. Außerdem sind Leuchtmittel mit einem Ra < 40 für Arbeitsstätten nicht zulässig.

Auf der Bühne entscheidet der CRI letztlich darüber, wie die Ausstattungen, Dekorationen, Kostüme usw. vom Zuschauer wahrgenommen werden können. Farbenfrohe Stoffe können nur bei entsprechender Beleuchtung auch als solche gesehen werden. Erlischt die Beleuchtung mit hoher Farbwiedergabe, um einem Leuchtmittel mit geringem CRI zu weichen, erscheinen auch die farbenfrohen und brillanten Kostüme fahl und gräulich.

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