Fachkraft für Veranstaltungstechnik

Seit dem 31. August 1998 existiert die „Fachkraft für Veranstaltungstechnik“ als staatlich anerkannter und bundeseinheitlich geregelter Ausbildungsberuf. Die Ausbildungsdauer beträgt drei Jahre und wird im Rahmen des dualen Ausbildungssystems von der Industrie- und Handelskammer (IHK) geleitet. Die Prüfung findet als Zwischen- und Abschlussprüfung statt. Obwohl die Bewertung der Zwischenprüfung im zweiten Ausbildungsjahr keinen direkten Einfluss auf das Ergebniss der Abschlussprüfung nimmt, ist diese ein wesentlicher Teil des Prüfungssystems. Ohne Teilnahme an der Zwischenprüfung ist keine Zulassung zur Abschlussprüfung möglich.

Mit der Berufsausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik wurde vor allen Dingen auf die gestiegenen technischen Anforderungen reagiert, mit welchen Veranstalter und Betreiber im Rahmen unterschiedlichster Veranstaltungen heute konfrontiert sind. In Abhängigkeit vom jeweiligen Einsatzort der Fachkraft entsprechen deren berufspraktische Tätigkeiten denen eines Bühnenhandwerkers, Beleuchters, Tontechnikers, Videotechnikers und/oder Medientechnikers sowie dem Tätigkeitsbereich des Riggings.

Die Fachkraft für Veranstaltungstechnik (FfVT) ist für die fach- und sachgerechte Anwendung der verwendeten Technik zuständig. Hierzu zählt neben der Energieversorgung für die eingesetzte Technik die Bereitstellung, Einrichtung, Sicherung, Prüfung, Bedienung und Lagerung der Veranstaltungstechnik. Daneben stellt der Bereich der Veranstaltungskonzeption einen wesentlichen Teil der alltäglichen Berufspraxis dar. Dies meint vor allen Dingen die Planung, Organisation und Kalkulation von Veranstaltungen. Eine zentrale Aufgabe stellt der professionelle Umgang mit den verschiedensten Komponenten der Theater- und Veranstaltungstechnik dar. Hierzu zählen neben dem veranstaltungstechnischen Geräten auch die bühnentechnischen Anlagen sowie der Gerüst- und Traversenbau. Fachkräfte für Veranstaltungstechnik bauen Podeste und Ausstattungsteile, bedienen bühnen- und szenentechnische Einrichtungen, bauen Beleuchtungs-, Projektions- und Beschallungseinrichtungen auf, richten diese ein und bedienen sie. Die Fachkraft beurteilt die Sicherheit des technischen Aufbaus einer Veranstaltung sowie die Infrastruktur der Veranstaltungsstätte. Desweiteren ist der Fachkraft die Verantwortung für baurechtliche Fragen sowie für den Bereich des Brandschutzes übertragen. Diese Sicherheitsbereiche sind mittels der Versammlungsstättenverordnung als Verantwortlichkeiten der Fachkraft für Veranstaltungstechnik festgelegt. Inwiefern weitere Fachkräfte oder Meister für Veranstaltungstechnik bei der Durchführung einer Veranstaltung zugegen sein müssen ist gleichfalls in der Versammlungsstättenverordnung (VStättV) geregelt. Neben  technischem Verständnis sind aktuelle Kenntnisse über Normen, Regelwerke und Verordnungen sowie grundlegendes Wissen bezüglich Urheberrechtsbestimmungen nötig.

Aufgabe der Fachkraft ist die technische Realisierung nach gestalterischen Vorgaben. Konzeptuelle Überlegungen und die Berücksichtigung dramaturgischer Aspekte sind Teil der berufspraktischen Tätigkeit. Kundenanforderungen werden analysiert und kalkuliert, die Veranstaltungen selbst werden geplant und organisiert. Hierzu zählt insbesondere die Planung und Prüfung der bereitgestellten Energieversorgung. Nicht zuletzt sind der sichere Transport und die Lagerung von veranstaltungstechnischem Gerät Bestandteil des Berufsalltags.

Als Ausbildungsbetriebe (und Arbeitgeber) kommen alle Arbeitsstätten infrage, welche die Tätigkeitsfelder entsprechend des Ausbildungsrahmenplans erfüllen. Dies sind zumeist Theater- und Opernhäuser, Mehrzweck- und Versammlungshallen, Messebau- und Eventbetriebe, Rundfunk- und Fernsehanstalten, Filmproduktionsfirmen, Dienstleister im Bereich der Veranstaltungstechnik, audiovisuelle Dienstleister oder Kultur- und Kongresszentren.

Die Ausbildungsvergütung für die FfVT ist in Deutschland nicht tariflich geregelt. In der nachstehenden Tabelle ist die monatliche Ausbildungsvergütung entsprechend den unverbindlichen Angaben der Bundesagentur für Arbeit (Stand: 2014) wiedergegeben.

Ausbildungsjahr 1. Ausbildungsjahr 2. Ausbildungsjahr 3. Ausbildungsjahr
monatliche Ausbildungsvergütung 531,00 € 619,00 € 707,00 €

Auch wenn sich die Bezeichnung „Veranstaltungstechniker“ in der Branche, in den Betrieben und den berufsbildenden Schulen durchgesetzt hat, ist diese nicht korrekt. Die Berufsbezeichnung „Techniker“ ist in Deutschland geschütz. Als „Techniker“ kann sich demnach nur bezeichnen, wer eine entsprechende Aufstiegsweiterbildung sowie das Staatsexamen an einer Technikerschule absolviert hat (Staatlich geprüfter Techniker).

In Österreich trägt der weitestgehend identische Ausbildungsberuf die Bezeichnung Veranstaltungstechniker. Generell existieren in Österrich keinerlei mit dem deutschen System vergleichbaren Technikerschulen. Alle technischen Berufsausbildungen, egal ob im dualen System oder Vollzeitschulisch, werden in Österreich mit der Berufsbezeichnung Technikerin bzw. Techniker versehen.

 

 

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