Entstehung

Vor der Einführung des Ausbildungsberufs zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik im Jahr 1998 wurden die mitreisenden Techniker zumeist mit dem Sammelbegriff „Roadie“ bezeichnet. Diese waren (und sind) zumeist Quereinsteiger aus dem Elektrobereich oder Musiker mit Sachkenntnissen in der Beleuchtungs- und/oder Beschallungstechnik. Das Tätigkeitsfeld des Roadies umfasst dabei den Bereich des Auf- und Abbaus von Licht- und Tonequipment sowie die Betreuung und Wartung der Musikinstrumente. Roadies, welche speziell für die Musikinstrumente und Verstärker auf der Bühne zuständig sind, werden als Backliner bezeichnet. Die Roadies reisen zumeist in Abhängigkeit der Künstler, d.h. sie treffen vor den Künstlern zum Aufbau am Veranstaltungsort ein und reisen nach dem Abbau wieder weiter.

Von der Bezeichnung Roadie lässt sich der sog. „Stagehand“ abgrenzen. Stagehands sind in aller Regel ungelernte Arbeitskräfte, die nicht auf Tour gehen sondern vor Ort für die einzelnen Veranstaltungen gebucht werden. Sie unterstützen die Roadies beim Auf- und Abbau sowie beim Be- und Entladen des Materials. Das Anwerben von Stagehands als lokale Hilfskräfte ist auch gegenwärtig gängige Praxis im Konzert- und Event-Bereich. Mitunter werden auch Sub-Unternehmer beauftragt, welche gleich eine Vielzahl von „Hands“ für die jeweilige Produktion zur Verfügung stellen können. In Theater- und Opernhäusern ist zwar der Begriff des Stagehands nicht geläufig, jedoch sind Bezeichnungen wie „Bühnenhelfer“ oder „Aufbauhelfer“ synonym zur angloamerikanischen Bezeichnungen zu verstehen.

Der Roadie kann durchaus als der prototypische Vorläufer der heutigen Fachkraft für Veranstaltungstechnik im „Rock-n-Roll-Bereich“ angesehen werden. Auch die fest angestellten Fachkräfte an Theaterhäusern kamen vor 1998 zu einem großen Teil aus dem Musik (Ton) oder Elektrobereich (Beleuchtung).  Der Zugang in den Bereich der Theater- und/oder Veranstaltungstechnik funktionierte in den vergangenen Jahrzehnten vornehmlich als „Anlernberuf“. Mit dem Berufsbild der Fachkraft für Veranstaltungstechnik werden die Mitarbeiter direkt für ihre berufspraktische Tätigkeit ausgebildet und müssen nicht mehr den Weg über eine elektrotechnische Berufsausbildung mit anschließender Anlernphase gehen. Dabei ist die angehende Fachkraft nicht auf einen bestimmten Tätigkeitsbereich festgelegt. Das Berufsbild ist breit genug angelegt, sodass eine große Bandbreite, vom Bühnenhandwerker bis zum Medientechniker, vom Pult-Operator bis zum Höhenarbeiter („Rigger“) als spätere berufliche Tätigkeit in Frage kommt.

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