Elektrofachkraft für Veranstaltungstechnik

Aktuell diskutieren die Fachgremien und Experten der Veranstaltungsbranche inwieweit die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten einer Elektrofachkraft in die Ausbildungsinhalte und die Abschlussprüfung der Fachkraft für Veranstaltungstechnik integriert sind.

Generell ist festzuhalten, dass die Bezeichnung „Elektrofachkraft“ keinen spezifischen Berufsabschluss, sondern vielmehr eine übertragene Funktion innerhalb eines Betriebs beschreibt. Dabei hat der Unternehmer die fachliche Eignung der Mitarbeiter zu prüfen und entsprechend eine Elektrofachkraft zu beauftragen. Auch in Betrieben der Veranstaltungstechnik ist zumindest eine Person mit den notwendigen Fähigkeiten einer Elektrofachkraft für die entsprechenden Prüfungen zu bestimmen.

Die Qualitätsstandards einer „Elektrofachkraft für Veranstaltungstechnik“ sind in SQQ1 der Interessengemeinschaft Veranstaltungswirtschaft (IGVW) definiert. Zu den Aufgaben und Tätigkeiten zählen

  • das Planen, Errichten und Betreiben von Energieversorgungsanlagen,
  • der Auf- und Abbau von nichtstationären elektrischen Anlagen
  • die Ausführung von steckfertigen elektrischen Installationen für Dekorations- bzw. Ausstattungsteile von Bühnenbauten,
  • die Ausführung von elektrotechnischen Werkstatt-Tätigkeiten,
  • das Prüfen und Messen insbesondere der Schutzmaßnahmen nichtstationärer Anlagen,
  • die Einhaltung der geltenden Anschlussbedingungen,
  • der Anschluss im Spannungsbereich bis maximal 230/400 V (AC) unter Einhaltung aller Prüf- und Sicherheitskriterien sowie aller Maßnahmen zur Gewährleistung der Betriebssicherheit.

Desweiteren sind Kenntnisse in der Wartung und Instandsetzung bezüglich der Sicherheit und Betriebsfähigkeit nicht stationärer Anlagen und ortsveränderlicher Betriebsmittel erforderlich.

Der Lehrstoffplan der Berufsausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik stellt eine mögliche Basis für die Benennung als Elektrofachkraft dar. Der Prüfungsteil zur Elektrofachkraft muss bestanden werden, da andernfalls auch die Ausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik nicht erfolgreich abgeschlossen werden kann (sog. „Sperrfach„).

Während aktuell eine zusätzliche Weiterqualifizierung in Anlehung an die Module der IGVW SQQ1 empfohlen wird, soll mit dem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik nach 2016 (neuer Lehrplan) bereits die Basis für die Funktion als Elektrofachkraft gegeben sein. Ob sich dies als tragfähig erweist, wird sicherlich erst mit einigem zeitlichen Abstand zu beurteilen sein. Ebenso bleibt abzuwarten, wie sich die Bezeichnung „Elektrofachkraft für Veranstaltungstechnik“ trennscharf behaupten kann. In jedem Fall ist diese deutlich von einer Elektrofachkraft abzugrenzen. Der Tätigkeitsbereich einer „Elektrofachkraft für Veranstaltungstechnik“ beginnt stets an der bereitgestellten bzw. durch den Betreiber genutzten Übergabestelle. Eine Prüfung von stationären, elektrischen Anlagen (z. B. gemäß DIN VDE 0100-600), wie diese von einer Elektrofachkraft durchgeführt wird, ist sicherlich nicht Bestandteil berufspraktischer Handlungskompetenz einer Fachkraft für Veranstaltungstechnik. Anders mag sich dies mit Wiederholungsprüfungen verhalten (z.B. gemäß DIN VDE 0701-0702).

Kommentare sind geschlossen