Abschlussprüfung

Die Berufsausbildung schließt mit der Fachkraftprüfung durch die zuständige Industrie- und Handelskammer ab. Berufsübergreifend ist die Abschlussprüfung in Deutschland allgemein durch das Berufsbildungsgesetz geregelt (Vgl. BBiG, Abschnitt 5, § 37-§ 50).

Die Vorgaben und Rahmenbedingungen für die Abschlussprüfung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik sind in § 8 der Verordnung über die Berufsausbildung festgehalten. Wie daraus hervor geht gliedert sich die Abschlussprüfung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik in einen Prüfungsteil A und einen Prüfungsteil B.


Als Prüfungsteil A ist ein betriebliches Projekt durchzuführen und zu dokumentieren. Der Projektumfang soll einen zeitlichen Rahmen von 35 Arbeitsstunden nicht überschreiten. Das Projekt des Auszubildenden soll einen realen betrieblichen Auftrag oder einen abgegrenzten Teilauftrag darstellen. Dabei muss das Projekt einen elektrotechnischen Anteil aufweisen und im wesentlichen die Entwicklung eines Veranstaltungskonzepts sowie dessen Planung und Durchführung umfassen. Das betriebliche Projekt grenzt sich deutlich von dem Verfahren standardisierter Aufgaben ab. Teil A der Abschlussprüfung ist als individueller Arbeitsauftrag aus der betrieblichen Praxis zu verstehen. Hierdurch können auch die Schwerpunkte der Ausbildung in den unterschiedlichen Ausbildungsstätten adäquat berücksichtigt werden. Sollte es dem ausbildenden Betrieb nicht möglich sein dem Auszubildenden einen entsprechenden Auftrag oder Teilauftrag eines internen oder externen Kunden als Abschlussprojekt zu übergeben, kann es sich auch um einen Arbeitsauftrag handeln, welcher den fachlichen Anforderungen nach einem Kundenauftrag entspricht. Unabhängig davon muss im Vorfeld bei der zuständigen IHK ein Projektantrag auf Zulassung des betrieblichen Projekts für die Abschlussprüfung gestellt werden. Dem Antrag sind detaillierte Informationen über das Projekt, Konzeption, Kundenanforderungen, den eigenen Aufgabenbereich, den Zeitplan und Arbeitsablaufplan, eine vorläufige Materialliste, usw. beizufügen. Im Anschluss prüft der Prüfungsausschuss ob das beantragte Projekt die Vorgaben der Ausbildungsverordnung erfüllt.

Im technischen Bereich ist lediglich der elektrotechnische Anteil zwingend durch die Ausbildungsverordnung vorgeschrieben. Der Prüfling hat die elektrischen Leitungen und elektrischen Betriebsmittel entsprechend der technischen Regeln auszuwählen und die notwendigen technischen Prüfungen, einschließlich Prüfung der elektrischen Schutzmaßnahmen, durchzuführen. Die notwendigen technischen Kenntnisse und Fertigkeiten in den einzelnen Fachbereichen der Veranstaltungstechnik sind in der Ausbildungsordnung nicht genannt. Die zuständigen Industrie- und Handelskammern haben dabei unterschiedliche Verfahren entwickelt. So ist es teilweise üblich, dass der Auszubildende im Projektantrag neben dem Bereich Elektrotechnik einen zweiten Fachbereich angibt (z. B. Licht-, Ton-, Bühnen- oder Medien-technik) welcher bei der Prüfung und Bewertung durch den Ausschuss besondere Gewichtung erfährt.

An die Dokumentation des Projekts schließt die Präsentation vor dem Prüfungsausschuss sowie das Fachgespräch an. Welche Elemente Teil der Dokumentation sein müssen ist in der Ausbildungsverordnung nicht angegeben. Präsentation und Fachgespräch sollen innerhalb von 30 Minuten durchgeführt werden. Bei der Präsentation der durchgeführten Veranstaltung ist eine Visualisierung (z. B. Fotos, Videoaufnahmen) sinnvoll, allerdings nicht explizit gefordert. Der Auszubildende soll anhand der Präsentation die Besonderheiten, die Anforderungen und die Teilschritte des Projekts verdeutlichen und seine eigenen Entscheidungen und Handlungen nachvollziehbar machen. Dies bezieht sich sowohl auf technische und sicherheitsrelevante Aspekte als auch auf gestalterische Gesichtspunkte.

Das anschließende Fachgespräch unterscheidet sich von einer „mündlichen Prüfung“. Im Fachgespräch geht es nicht darum, ob Elemente des Projekts als „richtig“ oder als „falsch“ interpretiert werden. Vielmehr sollen einzelne Teilbereiche erörtert und diskutiert werden. Viele Aspekte und Bestandteile einer Veranstaltung können vollkommen unterschiedlich beurteilt werden. Nicht die Frage der „Richtigkeit“ steht im Mittelpunkt sondern die Analyse technischer, wirtschaftlicher und arbeitsorganisatorischer Bedingungsfelder. Den thematischen Rahmen des Fachgesprächs stellt das betriebliche Projekt einschließlich der vorab eingereichten Dokumentation dar. Zusätzliche praktische Aufgaben oder gar Arbeitsproben dürfen im Verlauf des Fachgesprächs nicht durchgeführt werden.


Im Prüfungsteil B werden die Bereiche Konzeption, Veranstaltungstechnik sowie Wirtschaftsund Sozialkunde geprüft. Dieser Prüfungsteil wird i. d. R. als schriftliche Prüfung durchgeführt. In der Ausbildungsordnung ist jedoch nicht vermerkt, dass es sich um eine schriftliche Prüfung handeln muss.

Der Prüfungsbereich Konzeption bezieht sich auf einen praktischen Anwendungsfall an welchem die Prüflinge einen Ablaufplan sowie Angebotsunterlagen erstellen. Dabei sollen die auftretenden Kosten und Preise kalkuliert werden. Desweiteren soll der Anwendungsfall hinsichtlich den Vorschriften der Versammlungsstättenverordnung beurteilt werden. Hierzu werden meist einige Fragen gestellt welche durch die Arbeit mit der VStättV beantwortet werden können. Hinzu kommen allgemeine Unfallverhütungsvorschriften sowie der Bereich Brandschutz.

Im Prüfungsteil Veranstaltungstechnik wird die Planung, Installation und Inbetriebnahme von Einrichtungen der Veranstaltungstechnik geprüft. Die Schülerinnen und Schüler sollen zeigen, dass sie technische Unterlagen erstellen können, Geräte und Hilfsmittel unter Beachtung von gestalterischen Gesichtspunkten und technischen Regeln auswählen können und technische Prüfungen durchführen können. Daneben müssen technische Einrichtungen sicherheitstechnisch beurteilt werden.

Die Wirtschafts- und Sozialkunde stellt Aufgaben die sich auf praxisbezogene Fälle beziehen. Dies sind insbesondere „allgemeine, wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge aus der Berufs- und Arbeitswelt“.

Innerhalb des Prüfungsteils B erfährt die Konzeption und Veranstaltungstechnik gegenüber dem Bereich Wirtschafts- und Sozialkunde jeweils die doppelte Gewichtung.

Die nachstehende Tabelle stellt die Prüfbereiche der Abschlussprüfung und deren Gewichtung im Überblick dar.

Prüfungsteil A
(„praktische Prüfung“)
50 % der Gesamtnote
Prüfungsteil B
(„schriftliche Prüfung“)
50 % der Gesamtnote
betriebliches Projekt
einschließlich Dokumentation
50 % der Teilnote A
Veranstaltungskonzeption
40 % der Teilnote B
Präsentation und
Fachgespräch
50 % der Teilnote A
Veranstaltungstechnik
(der Teilbereich Elektrotechnik muss mind. mit „ausreichend“ bestanden werden)
40 % der Teilnote B
Wirtschafts- und Sozialkunde
20 % der Teilnote B

Um die Abschlussprüfung zu bestehen muss in den Prüfungsteilen A und B die Leistung jeweils mindestens mit ausreichend bewertet werden. Zusätzlich muss im Prüfbereich Veranstaltungstechnik mindestens eine ausreichende Leistung erbracht werden. Sofern die Anforderungen an die Elektrofachkraft für Veranstaltungstechnik in diesem Prüfbereich nicht nachgewiesen werden können gilt die Abschlussprüfung als nicht bestanden.

Im Jahr 2014 bestanden 834 von 1170 angetretenen Schülerinnen und Schülern die Abschlussprüfung zur FfVT. Dies entspricht einer Quote von 71 %. Mit 29 % ist die Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer welche die Abschlussprüfung nicht bestehen konnten relativ hoch. Tatsächlich fiel die Prüfung 2014 sogar geringfügig besser aus als in den Vorjahren. Bei den allermeisten Elektroberufen liegt die Bestehensquote jedoch bei 90 – 100 %.

Analog der Ausbildungsplatzzahlen und der jährlich neugeschlossenen Ausbildungsverträge ist auch die Durchfallquote überaus konstant. Die folgende Grafik zeigt die Anzahl der Prüflinge in den Jahren von 2006 – 2014 sowie den Anteil der nicht bestandenen Abschlussprüfungen.

Anteil Abschlussprüfung

Im Durchschnitt nehmen seit 2006 jährlich etwa 1220 Auszubildende an der Abschlussprüfung teil.

Jährlich haben im Schnitt 853 Auszubildende die Abschlussprüfung bestanden. Dies entspricht einer Bestehensquote von 70 %. Entsprechend konnten durchschnittlich 367 Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Prüfung nicht erfolgreich absolvieren. Daraus resultiert im Schnitt eine Durchfallquote von 30 %.

Ergebnisse der Abschlussprüfungen

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